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Markus Erler – Rechtsanwalt bei Dr. Müller & Schäker in Leipzig

Baurecht: Auftragnehmer sollten vor Angebotsabgabe den Preis genau kalkulieren

Auftragnehmer sollten vor Angebotsabgabe den Preis genau kalkulieren. Daran sind sie gebunden, wenn das Angebot angenommen wird. Fehler lassen sich dann nachfolgend kaum korrigieren. Irrtümer bei der Preiskalkulation im Vorfeld einer Angebotsabgabe an den Auftraggeber stellen lediglich einen Motivirrtum dar, welcher nicht zur Anfechtung des Vertrages wegen Irrtums berechtigt. Stellt sich also im Laufe der Bauausführung für den Auftragnehmer heraus, dass die ursprünglich kalkulierten Preise nicht kostendeckend sind, so kann der Auftragnehmer den Vertrag nicht mit der Begründung anfechten, er habe sich verkalkuliert, stattdessen muss er den Vertrag zum angebotenen und damit vereinbarten Preis erbringen. Der Auftragnehmer trägt insofern das Risiko, dass der Preis, der dem Angebot zu Grunde liegt, korrekt kalkuliert wurde.

Zwar würde ein Erklärungsirrtum zur Anfechtung des Vertrages berechtigen. Ein solcher Erklärungsirrtum liegt nur dann vor, wenn bei Angebotsabgabe die Erklärung und der Wille auseinanderfallen, indem man sich beispielsweise verschreibt. Im Baurecht spielt dies insbesondere dann eine entscheidende Rolle, wenn korrekt kalkulierte Preise fehlerhaft in das Angebot übernommen wurden, weil ein Zahlendreher (statt 193,00 € wurde 139,00 € in das Angebot übertragen) erfolgte oder das Komma an der falschen Stelle gesetzt wurde (statt 435,00 € wurde 43,50 € in das Angebot übertragen). Dies wäre aber zu beweisen.

Hinweise und Beratung zu diesem Thema erteilt Ihnen Rechtsanwalt Markus Erler.

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